World of Warships 9 Min. Lesezeit

Akagi im Supertest: Vier Staffeln zwischen Flexibilität und knappen Reserven

Akagi kommt als japanischer Tier VIII Premiumflugzeugträger mit vier unterschiedlichen Staffeln in den Supertest. Der historische Träger von Pearl Harbor und Midway kombiniert normale Torpedo- und Skip-Bomber mit zwei taktischen Staffeln.

Akagi im Supertest für World of Warships

Mit Akagi bekommt World of Warships in Update 15.9 einen der bekanntesten japanischen Flugzeugträger. Das Schiff geht zunächst als Tier VIII Premiumflugzeugträger in den Supertest und ist damit weiterhin Work in Progress.

VIII Premiumflugzeugträger anzeigen

Gemeinsam mit dem amerikanischen Kreuzer Honolulu gehört Akagi zum geplanten Webevent anlässlich des 85. Jahrestags des Angriffs auf Pearl Harbor. Als Abschlussbelohnung sollen Spieler zwischen den beiden Premiumschiffen wählen können.

Spielerisch setzt Akagi auf ein ungewöhnliches Konzept. Statt sich auf zwei oder drei Angriffsmöglichkeiten zu beschränken, stehen ihr vier unterschiedliche Staffeln zur Verfügung: normale Torpedobomber, HE-Skip-Bomber, taktische Torpedobomber und taktische HE-Sturzbomber.

Das klingt zunächst nach sehr viel Flexibilität. Der aktuelle Teststand zeigt allerdings auch ziemlich deutlich, wo Akagis Problem liegen könnte: Flugzeugreserven und Wiederherstellungszeiten sind knapp bemessen.

Vom Schlachtkreuzer zum Flugzeugträger

Akagis Geschichte begann eigentlich als völlig anderes Schiff. Sie wurde im Dezember 1920 als zweiter Schlachtkreuzer der Amagi-Klasse auf Kiel gelegt.

Mit dem Washingtoner Flottenabkommen von 1922 wurde der Bau der Klasse jedoch gestoppt. Akagi und Amagi sollten daraufhin zu schnellen Flugzeugträgern umgebaut werden. Ein schweres Erdbeben beschädigte Amagis Rumpf allerdings so stark, dass dieser verschrottet werden musste. Stattdessen wurde schließlich die ursprünglich als Schlachtschiff geplante Kaga für den Umbau ausgewählt.

Akagi lief 1925 vom Stapel und wurde 1927 in Dienst gestellt. Besonders auffällig war ihre ursprüngliche Konstruktion mit drei übereinanderliegenden Flugdecks. Dahinter stand die Idee, Flugzeuge gleichzeitig starten und landen lassen zu können.

Mit der Weiterentwicklung der japanischen Trägerdoktrin erwies sich dieses Konzept zunehmend als ungeeignet. Moderne Flugzeuge wurden größer und schwerer, während Flugzeugträger für die japanische Marine immer stärker von Unterstützungs- zu offensiven Hauptkampfschiffen wurden.

Zwischen 1935 und 1938 wurde Akagi deshalb grundlegend modernisiert. Die drei kurzen Flugdecks verschwanden zugunsten eines einzigen durchgehenden Flugdecks, zusätzliche Hangarflächen entstanden und die charakteristische Insel wurde auf der Backbordseite aufgebaut.

World of Warships stellt Akagi in ihrer Konfiguration von 1941 dar.

Akagi und die Kidō Butai

Japan entwickelte vor dem Zweiten Weltkrieg eine Trägerdoktrin, bei der mehrere Flugzeugträger gemeinsam eingesetzt wurden, um massive koordinierte Luftangriffe zu ermöglichen.

Daraus entstand die Kidō Butai, in der Akagi gemeinsam mit Kaga, Hiryū, Sōryū, Shōkaku und Zuikaku einen wesentlichen Teil der japanischen Trägerstreitkräfte bildete. Das Konzept ermöglichte gewaltige Angriffswellen, hatte aber einen entscheidenden Nachteil: Mehrere der wichtigsten Flugzeugträger befanden sich gemeinsam am selben Ort und konnten bei einem erfolgreichen gegnerischen Angriff entsprechend schwere Verluste erleiden.

Akagi wurde zum Flaggschiff von Vizeadmiral Chūichi Nagumo und nahm am 7. Dezember 1941 am Angriff auf Pearl Harbor teil. Ihre Flugzeuge griffen dort unter anderem die Schlachtschiffe Oklahoma, West Virginia, California, Maryland und Pennsylvania sowie weitere amerikanische Schiffe und Einrichtungen an.

Genau dieser historische Zusammenhang ist auch der Grund für Akagis geplanten Auftritt gemeinsam mit Honolulu im kommenden Pearl-Harbor-Webevent.

Von Pearl Harbor bis in den Indischen Ozean

Nach Pearl Harbor blieb Akagi ein zentraler Bestandteil der japanischen Trägerstreitkräfte. Anfang 1942 unterstützte sie Operationen rund um Rabaul und die japanische Expansion im Pazifik. Es folgten Angriffe auf Darwin und die Unterstützung der Invasion Javas.

Ende März nahm Akagi außerdem am japanischen Vorstoß in den Indischen Ozean teil. Flugzeuge der japanischen Träger waren dort unter anderem an der Versenkung der britischen schweren Kreuzer Cornwall und Dorsetshire sowie später des Flugzeugträgers Hermes und weiterer Schiffe beteiligt.

Nur wenige Monate nach Pearl Harbor schien die japanische Trägerflotte damit auf dem Höhepunkt ihrer Stärke angekommen zu sein. Das änderte sich bei Midway.

Midway wird Akagis letztes Gefecht

Im Juni 1942 sollte die japanische Operation gegen Midway die verbliebenen amerikanischen Flugzeugträger zu einer Entscheidungsschlacht zwingen. Akagi trat gemeinsam mit Kaga, Hiryū und Sōryū an. Shōkaku und Zuikaku konnten nach den Folgen der Schlacht im Korallenmeer nicht teilnehmen.

Die Japaner gingen davon aus, die Initiative zu besitzen. Tatsächlich hatte die amerikanische Seite jedoch Teile des japanischen Funkverkehrs entschlüsselt und wusste von dem geplanten Angriff. Enterprise, Yorktown und Hornet konnten sich entsprechend positionieren.

Für Akagi wurde die Situation besonders kritisch, als die japanischen Flugzeuge mehrfach zwischen Bewaffnungen für Angriffe auf Landziele und Torpedos für den Kampf gegen Schiffe umgerüstet werden sollten. Mehrere amerikanische Torpedobomberangriffe wurden zwar abgewehrt, sie verzögerten die japanischen Vorbereitungen jedoch weiter.

Schließlich griffen Sturzbomber der USS Enterprise Akagi an. Zwei Bomben verfehlten den Träger knapp, eine dritte traf das Flugdeck und explodierte im oberen Hangar. Die daraus entstehenden Brände gerieten außer Kontrolle. Die Besatzung konnte sie nicht mehr beherrschen und Akagi musste aufgegeben werden.

Am folgenden Morgen wurde der schwer beschädigte Träger auf Befehl von Admiral Yamamoto von japanischen Zerstörern mit Torpedos versenkt. Akagi sank zusammen mit Kaga, Hiryū und Sōryū. 267 Besatzungsmitglieder der Akagi kamen ums Leben. Der Verlust der vier Träger und zahlreicher erfahrener Besatzungsmitglieder machte Midway zu einem Wendepunkt des Pazifikkriegs.

Das Wrack der Akagi wurde erst 2019 wiederentdeckt. Es liegt in rund 5.490 Metern Tiefe.

Vier Staffeln bestimmen das Gameplay

In World of Warships erscheint Akagi in ihrem Zustand von 1941 und bringt vier unterschiedliche Staffeln mit. Damit besitzt sie auf dem Papier ein ungewöhnlich breites Arsenal. Entscheidend dürfte allerdings sein, wie effizient diese vier Werkzeuge über ein komplettes Gefecht eingesetzt werden können.

Akagi selbst bleibt ein großer japanischer Träger

Der Flugzeugträger besitzt aktuell 55.200 Trefferpunkte und eine Torpedoschadensreduktion von 28 Prozent.

Wert Akagi
Stufe VIII
Trefferpunkte 55.200
Torpedoschutz 28 %
Höchstgeschwindigkeit 31,3 kn
Wendekreis 1.170 m
Ruderstellzeit 14,9 s
Sichtbarkeit See 12,67 km
Sichtbarkeit Luft 10,0 km

Mit 31,3 Knoten kann Akagi ihre Position durchaus verlagern. Der Wendekreis von 1.170 Metern erinnert allerdings daran, dass hier kein besonders handlicher Träger unterwegs ist. Interessanter als der Rumpf sind ohnehin die Flugzeuge.

Normale Torpedobomber: hoher Schaden, aber kleine Reserven

Die regulären Torpedobomber bestehen aus acht B7A Ryūsei. Pro Angriff gehen zwei Maschinen auf das Ziel, sodass eine vollständige Staffel theoretisch vier Angriffe ermöglicht.

Wert B7A Ryūsei
Flugzeug-HP 1.670
Reisegeschwindigkeit 137 kn
Höchstgeschwindigkeit 177 kn
Staffelgröße 8
Flugzeuge pro Angriff 2
Flugzeuge an Deck 12
Wiederherstellung 93 s
Torpedos pro Flugzeug 1
Torpedoschaden 7.233
Torpedoreichweite 5,0 km
Torpedogeschwindigkeit 50 kn
Flutungswahrscheinlichkeit 40 %

Mit 7.233 Schaden pro Torpedo steckt ordentlich Potenzial in einem erfolgreichen Angriff. Das Problem liegt dahinter: Akagi startet lediglich mit zwölf dieser Maschinen auf dem Deck und benötigt 93 Sekunden für die Wiederherstellung eines Flugzeugs.

Wer seine Staffeln früh durch starke Flugabwehr schickt und dabei regelmäßig mehrere Maschinen verliert, dürfte das im weiteren Gefechtsverlauf deutlich spüren.

HE-Skip-Bomber: Akagis Werkzeug gegen größere Ziele

Die zweite reguläre Staffel besteht ebenfalls aus acht B7A Ryūsei, diesmal als Skip-Bomber. Vier Maschinen greifen gleichzeitig an. Damit besitzt eine volle Staffel lediglich zwei Angriffswellen.

Wert HE-Skip-Bomber
Flugzeug-HP 1.650
Reisegeschwindigkeit 145 kn
Höchstgeschwindigkeit 185 kn
Staffelgröße 8
Flugzeuge pro Angriff 4
Flugzeuge an Deck 12
Wiederherstellung 85 s
Bombenschaden 8.800
HE-Durchschlag 55 mm
Brandchance 50 %
Abpraller 2

Vier Bomben mit jeweils 8.800 möglichem Schaden ergeben theoretisch 35.200 Alpha-Schaden. Dazu kommen 55 mm Durchschlag und 50 Prozent Brandchance pro Bombe.

Auch hier sind Verluste teuer. Die Reserve besteht lediglich aus zwölf Maschinen.

Taktische Torpedobomber: sechs Torpedos in einem Angriff

Zusätzlich bekommt Akagi eine taktische Staffel aus sechs B6N Tenzan. Anders als bei den normalen Torpedobombern greift die komplette Staffel gleichzeitig an.

Wert Taktische Torpedobomber
Flugzeug-HP 1.600
Reisegeschwindigkeit 133 kn
Höchstgeschwindigkeit 173 kn
Staffelgröße 6
Flugzeuge pro Angriff 6
Wiederherstellung der Staffel 190 s
Torpedos pro Flugzeug 1
Torpedoschaden 5.400
Torpedoreichweite 5,0 km
Torpedogeschwindigkeit 50 kn
Flutungswahrscheinlichkeit 30 %

Ein einzelner Torpedo verursacht weniger Schaden als bei der regulären Staffel. Dafür können sechs Torpedos gleichzeitig abgeworfen werden. Treffen tatsächlich alle sechs, ergibt das theoretisch 32.400 Schaden vor den üblichen Schadensberechnungen.

Danach heißt es allerdings warten: Die komplette Staffel benötigt 190 Sekunden, bevor sie erneut bereitsteht.

Taktische HE-Sturzbomber mit sechs Bomben

Das vierte Werkzeug sind sechs D4Y3 Suisei. Auch diese taktische Staffel besitzt nur einen Angriff.

Wert Taktische HE-Sturzbomber
Flugzeug-HP 1.580
Reisegeschwindigkeit 142 kn
Höchstgeschwindigkeit 182 kn
Staffelgröße 6
Flugzeuge pro Angriff 6
Wiederherstellung der Staffel 130 s
Bombenschaden 8.800
HE-Durchschlag 55 mm
Brandchance 50 %

Sechs Bomben ergeben theoretisch bis zu 52.800 Alpha-Schaden, wobei ein vollständiger Treffer natürlich nicht der Normalfall sein wird.

Interessanter ist die Möglichkeit, diese Staffel gezielt einzusetzen, nachdem ein Gegner seine Schadensbegrenzungsmannschaft verbraucht hat.

Vier Staffeln bedeuten nicht automatisch endlose Flugzeugreserven

Auf dem Papier wirkt Akagis Auswahl komfortabel. Praktisch arbeiten allerdings zwei unterschiedliche Systeme nebeneinander.

Die normalen Torpedo- und Skip-Bomber besitzen klassische Reserven. Verlorene Maschinen müssen einzeln wiederhergestellt werden. Die beiden taktischen Staffeln führen dagegen jeweils einen kompletten Angriff aus und kehren erst nach einem festen Countdown zurück.

Damit entsteht ein interessantes Ressourcenproblem. Die normalen Staffeln möchte man möglichst effizient durch das gesamte Match bringen. Die taktischen Staffeln können aggressiver eingesetzt werden, stehen danach aber für 130 beziehungsweise 190 Sekunden überhaupt nicht zur Verfügung.

Akagi dürfte deshalb stärker als viele andere Träger davon leben, zwischen ihren vier Werkzeugen sinnvoll zu wechseln.

Flugzeugverluste könnten Akagis größte Schwäche werden

Genau hier liegt nach aktuellem Teststand das größte Fragezeichen.

Die regulären Flugzeuge besitzen zwischen 1.650 und 1.670 Trefferpunkte. Die taktischen Maschinen liegen mit 1.580 beziehungsweise 1.600 HP noch darunter. Gleichzeitig sind die normalen Reserven klein.

Gerade in Tier-X-Gefechten könnte Akagi deshalb Schwierigkeiten bekommen, wenn ihre Staffeln regelmäßig durch konzentrierte Flugabwehr müssen. Hohe Verluste lassen sich nur langsam ersetzen.

Ihre vier Staffeltypen bedeuten also nicht automatisch, dass jederzeit genügend Flugzeuge zur Verfügung stehen.

Akagi könnte von Angriffsketten leben

Interessant wird das Konzept, wenn die vier Staffeln gemeinsam betrachtet werden.

Akagi kann beispielsweise mit HE Brände erzwingen. Nutzt das Ziel anschließend seine Schadensbegrenzungsmannschaft, kann eine weitere HE-Staffel versuchen, neue Brände zu legen. Torpedoangriffe ergänzen das Ganze um direkten Schaden und die Möglichkeit von Überflutungen.

Die eigentliche Stärke könnte damit weniger in einer einzelnen überragenden Staffel liegen als darin, unterschiedliche Angriffe zeitlich miteinander zu kombinieren.

Das funktioniert allerdings nur, solange Flugzeugverluste und die langen Wiederherstellungszeiten sauber verwaltet werden.

Akagi oder Honolulu wird später zur echten Entscheidung

Zusätzliche Bedeutung bekommt der Supertest durch den geplanten Bezugsweg.

Akagi und der amerikanische Tier-VII-Kreuzer Honolulu sollen Teil eines Webevents zum 85. Jahrestag des Angriffs auf Pearl Harbor werden. Am Ende dürfen Spieler zwischen beiden Premiumschiffen wählen.

Damit geht es bei den Testwerten nicht nur darum, ob Akagi grundsätzlich interessant aussieht. Irgendwann wird daraus eine konkrete Entscheidung zwischen zwei völlig unterschiedlichen Schiffen.

Honolulu setzt derzeit auf 15 152-mm-Geschütze, amerikanischen Nebel, Hydro, Repair Party und ungewöhnlich starken Torpedoschutz. Akagi bietet dagegen das komplexere Flugzeugträgerkonzept.

Für eine Entscheidung ist es allerdings noch zu früh. Beide Schiffe befinden sich weiterhin im Test und ihre Werte können sich bis zum Event verändern.

Fazit

Akagi bringt nicht nur einen großen historischen Namen zurück, sondern auch ein ungewöhnliches Trägerkonzept.

Vier verschiedene Staffeln geben ihr auf dem Papier zahlreiche Möglichkeiten. Die eigentliche Herausforderung dürfte allerdings darin bestehen, diese Möglichkeiten über ein komplettes Gefecht verfügbar zu halten.

Die normalen Torpedobomber bringen hohen Einzelschaden, die Skip-Bomber starke HE-Angriffe. Dazu kommen zwei taktische Staffeln, die jeweils einen größeren Einzelangriff ermöglichen, anschließend aber lange auf ihre Wiederherstellung warten müssen.

Genau diese Mischung könnte Akagi anspruchsvoll machen. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass kleine Reserven, fragile Flugzeuge und lange Wiederherstellungszeiten das Konzept gerade gegen starke Tier-X-Flugabwehr zu stark einschränken.

Bis zur Veröffentlichung bleibt deshalb abzuwarten, an welchen Stellschrauben im Supertest noch gedreht wird. Die aktuellen Werte sind Work in Progress und keine endgültigen Schiffsdaten.

Quellen

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