Mit Update 15.9 kommt ein weiteres Tier-X-Schlachtschiff in den Supertest. Die sowjetische Rodina ⚓ soll gleichzeitig das letzte neue Schiff sein, das zum kommenden Holiday Convoy gehört.
Historisch basiert Rodina auf dem sowjetischen Projekt 23bis aus dem Jahr 1939. Der Entwurf sollte die bereits im Bau befindliche Sovetsky-Soyuz-Klasse weiterentwickeln. Vorgesehen waren unter anderem eine höhere Geschwindigkeit, eine stärkere Flugabwehr sowie ein verbessertes Torpedoschutzsystem. Zeitweise wurde sogar eine vierte 406-mm-Drillingsturmgruppe untersucht, diese hätte das Schiff jedoch zu groß und zu langsam gemacht.
Im Spiel setzt Wargaming auf eine vergleichsweise klassische Interpretation dieses Entwurfs. Rodina verzichtet auf einige Besonderheiten, die man inzwischen fast automatisch mit sowjetischen Schlachtschiffen verbindet. Sie erhält weder die spezielle sowjetische Hauptbatterie-Streuung noch eine Schadensbegrenzungsmannschaft mit begrenzter Anzahl an Einsätzen.
Das macht sie auf den ersten Blick fast ungewöhnlich gewöhnlich. Und das muss bei einem neuen Tier-X-Schlachtschiff nicht unbedingt ein Nachteil sein.
Zwölf 406-mm-Geschütze auf Tier X
Die Hauptbewaffnung besteht aus zwölf 406-mm-Geschützen in vier Drillingstürmen. Damit erinnert die Anordnung zunächst stark an die amerikanische Montana ⚓.
Aktuell sind folgende Werte vorgesehen:
- 4 × 3 406-mm-Hauptgeschütze
- 22,3 km maximale Reichweite
- 33 Sekunden Nachladezeit
- 1,9 Sigma
- 283 Meter maximale Streuung
- normale Schlachtschiff-Streuungsformel, wie sie unter anderem bei amerikanischen, deutschen und britischen Schlachtschiffen verwendet wird
Die AP-Granaten verursachen maximal 13.250 Schaden und verlassen die Rohre mit 830 m/s. Die HE-Granaten kommen auf 5.800 Schaden, 68 mm Durchschlagsleistung und eine Brandwahrscheinlichkeit von 40 Prozent.
Rodina dürfte damit insbesondere auf mittlere Distanz interessant werden. Ihre Reichweite fällt für Tier X eher knapp aus, während die hohe Geschossgeschwindigkeit zwar angenehm für die Zielerfassung ist, auf größere Entfernung aber nicht automatisch für besonders gute Trefferbilder sorgt.
Mehr als 100.000 Trefferpunkte
Mit 104.500 Trefferpunkten gehört Rodina klar zur schweren Gewichtsklasse. Dazu kommen 37 Prozent Torpedoschadensreduktion.
Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 29 Knoten. Dafür ist das Schiff mit einem Wendekreis von 1.090 Metern und 21,8 Sekunden Ruderstellzeit alles andere als beweglich. Auch die Basissichtbarkeit von 17,7 km macht deutlich, dass Rodina kein heimlicher Flankenläufer werden soll.
Bei den Verbrauchsmaterialien bleibt das Konzept bewusst schlicht:
- Schadensbegrenzungsmannschaft ohne begrenzte Anzahl an Einsätzen
- Reparaturmannschaft mit drei Ladungen
- 28 Sekunden Wirkungsdauer
- 80 Sekunden Abklingzeit
- 0,5 Prozent Trefferpunktregeneration pro Sekunde
Damit dürfte sich Rodina deutlich konventioneller spielen als beispielsweise Kremlin ⚓ oder die klassische Sovetsky Soyuz.
Gerade die normale Schadensbegrenzungsmannschaft nimmt etwas Druck aus dem Ressourcenmanagement. Dafür gibt es eben auch keinen besonders schnellen sowjetischen Cooldown als Gegenleistung.
Sekundärbewaffnung eher Nebensache
Die Mittelartillerie besteht aus zwölf 152-mm-Geschützen in vier Drillingstürmen sowie zwölf 100-mm-Geschützen in sechs Doppeltürmen. Ihre Basisreichweite liegt momentan bei 7,3 km.
Die 152-mm-Geschütze laden in acht Sekunden nach, die 100-mm-Batterie in vier Sekunden. Auf dem Papier spricht aktuell allerdings wenig dafür, Rodina als spezialisiertes Sekundärschlachtschiff aufzubauen. Die Sekundärgeschütze verwenden Standardstreuung, und das gesamte Schiffskonzept legt den Schwerpunkt deutlich stärker auf Hauptbatterie, Panzerung und die große Trefferpunktreserve.
Wer hier auf eine sowjetische Nahkampfmaschine mit wild um sich feuernder Mittelartillerie gehofft hat, dürfte also eher falsch abgebogen sein.
Flugabwehr und U-Boot-Abwehr
Bei der Flugabwehr setzt Rodina auf 100-mm-, 37-mm- und 25-mm-Bewaffnung. Die 100-mm-Geschütze erreichen bis zu 5,8 km und erzeugen sechs Flakexplosionen.
Gegen U-Boote steht der übliche Luftschlag zur Verfügung. Rodina bekommt zwei Ladungen mit einer Reichweite von bis zu 11 km und 30 Sekunden Nachladezeit.
Auch hier gibt es keinen besonderen Gimmick. Das Schiff bleibt seinem bisherigen Grundgedanken treu: solide Werkzeuge, aber keine eigene kleine Bedienungsanleitung für jeden Slot.
Eine sowjetische Montana?
Die naheliegende Kurzbeschreibung lautet momentan tatsächlich: eine Art sowjetische Montana.
Zwölf 406-mm-Geschütze, eine hohe Trefferpunktreserve und wahrscheinlich starke Panzerung treffen auf eine eher durchschnittliche Genauigkeit, begrenzte Reichweite und vergleichsweise behäbige Manövrierfähigkeit.
Die 33 Sekunden Nachladezeit verhindern außerdem, dass Rodina ihre zwölf Rohre einfach über reine Feuerrate ausspielt. Gute Salven müssen sitzen.
Gerade der Verzicht auf zusätzliche Spezialmechaniken könnte dabei durchaus seinen Reiz haben. Nicht jedes neue Tier-X-Schiff braucht schließlich drei Sondertasten und ein Studium der Bedienungsanleitung, bevor man überhaupt aus dem Hafen kommt.
Rodina gehört zum Holiday Convoy
Rodina soll das letzte neue Schiff des kommenden Holiday Convoy sein.
Damit ist sie nicht nur wegen ihrer Werte interessant, sondern auch wegen des geplanten Event-Zusammenhangs. Wie genau der endgültige Bezugsweg innerhalb des Holiday Convoy aussehen wird, lässt sich aus den vorliegenden Informationen noch nicht ableiten.
Entsprechend wäre es zu früh, jetzt bereits Ressourcen für Rodina zurückzulegen oder einen konkreten Preis anzunehmen. Sicher ist lediglich: Das Schiff befindet sich aktuell im Test und sämtliche Werte können sich bis zur Veröffentlichung noch ändern.
Fazit
Rodina wirkt im aktuellen Testzustand angenehm geradlinig.
Zwölf 406-mm-Geschütze, mehr als 100.000 Trefferpunkte und eine wahrscheinlich robuste Panzerung treffen auf überschaubare Reichweite, eher durchschnittliche Genauigkeit und die Beweglichkeit eines sehr großen sowjetischen Schlachtschiffs.
Überraschend ist vor allem, was fehlt: keine spezielle sowjetische Streuung, keine begrenzte Schadensbegrenzungsmannschaft und kein auffälliges Kampf-Gimmick. Das kann am Ende genau der Reiz des Schiffs sein. Rodina muss nicht erst erklären, welche Taste ihre eigentliche Identität aktiviert.
Ob dieses vergleichsweise klassische Konzept den Supertest unverändert übersteht, bleibt abzuwarten. Für den Holiday Convoy ist Rodina aber schon jetzt eines der Schiffe, das man im Auge behalten sollte.
Manchmal darf Vanille eben tatsächlich einfach eine gute Geschmacksrichtung sein.
Quellen
- Yuzo's Yapping: „Supertest: Soviet Tier X Battleship Rodina", veröffentlicht am 26.09.2026