Der Public Test für Update 15.8 bringt eine ganze Reihe neuer Balance-Änderungen mit. Der wohl größte Eingriff betrifft dabei nicht nur ein einzelnes Schiff: Alle Schlachtschiffe mit Überwachungsradar erhalten zu Beginn eines Gefechts eine Vorbereitungszeit von 270 Sekunden.
Damit ist das frühe Vorfahren mit einem Radar-BB, um gegnerische Zerstörer bereits in den ersten Minuten aus einem Cap zu drücken, zunächst deutlich eingeschränkt. Gerade für DD-Spieler könnte das die Eröffnungsphase eines Gefechts spürbar verändern.
Betroffen sind Borodino⚓, Turgut Reis⚓, Enigheten⚓, Gustav den Store⚓, Thor⚓, Constellation⚓, Missouri⚓, Rhode Island⚓ und Rhode Island B⚓.
Radar-Schlachtschiffe müssen 270 Sekunden warten
Die neue Vorbereitungszeit bedeutet, dass das Überwachungsradar dieser Schlachtschiffe während der ersten 4 Minuten und 30 Sekunden eines Gefechts nicht eingesetzt werden kann.
Besonders schnelle oder offensiv gespielte Radar-BBs verlieren damit einen Teil ihres frühen Drucks auf gegnerische Zerstörer. Ein DD, der zu Beginn einen Cap anfährt, muss künftig zumindest nicht mehr damit rechnen, nach zwei Minuten plötzlich von einem weit vorne stehenden Radar-Schlachtschiff aufgedeckt zu werden.
Einige der betroffenen Schiffe erhalten gleichzeitig weitere Anpassungen.
Die Missouri⚓ bekommt beispielsweise eine verkürzte Hauptbatterie-Nachladezeit von 30 auf 28 Sekunden.
Bei der Thor⚓ steigt dagegen die Erkennbarkeit auf See von 15,1 auf 15,6 km.
Constellation bekommt stärkere AP, aber langsamere Granaten
Bei der Constellation⚓ wird zusätzlich kräftig an der AP-Munition geschraubt. Ihre Werte werden an die Granaten der North Carolina⚓ angelehnt.
Der maximale AP-Schaden steigt von 12.400 auf 13.100, während die Durchschlagsleistung abhängig von der Entfernung um etwa 5 bis 10 Prozent verbessert wird.
Dafür sinkt die Mündungsgeschwindigkeit deutlich von 768 auf 701 m/s. Die Granaten bekommen dadurch eine stärker ausgeprägte Flugbahn und benötigen länger bis zum Ziel.
Unterm Strich wird die Constellation damit zwar härter zuschlagen können, ihre bisher angenehm schnelle Ballistik aber teilweise verlieren.
Cleveland runter, Anchorage und Bagration rauf
Auch bei den Kreuzern gibt es einige interessante Änderungen.
Die Cleveland⚓ bekommt einen klaren Nerf. Ihre Hauptbatterie lädt künftig 7,0 statt 6,5 Sekunden nach.
Die Anchorage⚓ geht dagegen in die andere Richtung. Ihre Nachladezeit verbessert sich von 15,5 auf 14,5 Sekunden.
Besonders deutlich fällt der Buff für Pyotr Bagration⚓ aus. Die Hauptbatterie lädt künftig bereits nach 9,7 statt 11 Sekunden nach. Gleichzeitig verbessert sich die Turmdrehzeit von 30 auf 22,5 Sekunden.
Auch Seattle⚓ bekommt beweglichere Türme. Die 180-Grad-Drehzeit sinkt von 22,5 auf 18 Sekunden.
Weniger erfreulich sieht es für Hawaii⚓ und Hawaii G⚓ aus. Ihre Nachladezeit steigt von 6 auf 6,5 Sekunden.
Deutsche Kreuzer können mehr Schaden reparieren
Die komplette deutsche Kreuzerlinie von Dresden⚓ bis Clausewitz⚓ erhält ebenfalls eine Anpassung.
Betroffen sind Dresden⚓, Kolberg⚓, Karlsruhe⚓, Königsberg⚓, Nürnberg⚓, Yorck⚓, Admiral Hipper⚓, Roon⚓, Roon CLR⚓, Hindenburg⚓, AL Hindenburg⚓ und Clausewitz⚓.
Der Anteil des reparierbaren Nicht-Zitadellenschadens steigt von 50 auf 60 Prozent.
Damit können die Schiffe einen größeren Teil des im Gefecht erhaltenen normalen Schadens über ihre Reparaturmannschaft wiederherstellen, sofern ihnen auf ihrer Stufe eine entsprechende Reparaturmöglichkeit zur Verfügung steht.
Z-44 wird heimlicher, Fenyang schießt schneller
Die Z-44⚓ bekommt eine Verbesserung ihrer Tarnung. Ihre Erkennbarkeit auf See sinkt von 7,3 auf 7,0 km.
Bei Fenyang⚓ und Ship Smasha⚓ wird dagegen direkt die Feuerkraft verbessert. Beide Zerstörer laden ihre Hauptbatterie künftig in 3,9 statt 4,4 Sekunden nach.
Die französische Zerstörerlinie mit L'Adroit⚓, Duchaffault⚓, Le Hardi⚓, L'Aventurier⚓, Orage⚓ und Cassard⚓ erhält zudem eine einheitliche kurze AP-Zünderzeit von 0,01 Sekunden.
Die Cassard⚓ verliert dafür etwas Tarnung. Ihre Erkennbarkeit auf See steigt von 7,5 auf 7,7 km.
Lambros Katsonis bekommt 86-Knoten-Torpedos
Eine der interessantesten Einzeländerungen betrifft die Lambros Katsonis⚓.
Ihre Torpedobewaffnung wird auf Werte umgestellt, die denen der Gdańsk⚓ ähneln. Die neuen Torpedos erreichen 86 Knoten, besitzen 10 km Reichweite und verursachen maximal 11.200 Schaden.
Ihre Erkennbarkeit liegt bei 1,6 km, während die Torpedorohre 106 Sekunden zum Nachladen benötigen.
Damit verliert die Lambros Katsonis einen Teil des Schadenspotenzials einzelner Treffer, bekommt dafür aber extrem schnelle Torpedos, die gegnerischen Schiffen entsprechend wenig Reaktionszeit lassen.
Britische Kreuzer bekommen deutlich mehr HE-Durchschlag
Auch Hawkins⚓, Devonshire⚓, Surrey⚓ und Albemarle⚓ werden verbessert.
Ihre HE-Durchschlagskraft wird auf 25 Prozent des jeweiligen Kalibers angehoben.
Bei Hawkins steigt die HE-Penetration dadurch von 32 auf 48 mm. Devonshire, Surrey und Albemarle verbessern sich jeweils von 34 auf 51 mm.
Gerade gegen stärker gepanzerte Ziele ist das ein durchaus relevanter Buff.
Sevastopol bekommt mehr AP-Schaden und stärkere Panzerung
Auch die Sevastopol⚓ erhält gleich zwei Verbesserungen.
Der maximale AP-Schaden steigt von 11.300 auf 12.100. Gleichzeitig werden das Deck und der obere Gürtel von 30 auf 35 mm verstärkt.
Damit verbessert sich nicht nur ihr offensives Potenzial. Die zusätzliche Panzerung kann auch dafür sorgen, dass bestimmte großkalibrige AP-Granaten diese Bereiche nicht mehr einfach durch Overmatch ignorieren können.
Nicht alle Schiffe kommen allerdings mit einem Buff davon. Die Manteuffel⚓ bekommt beispielsweise längere Nachladezeiten für ihre Sekundärartillerie, während bei der Barfleur⚓ die Erkennbarkeit auf See von 6,9 auf 7,2 km steigt.
Fazit
Die Änderungen für Public Test 15.8 sind deutlich interessanter als eine gewöhnliche Runde kleiner Zahlenkorrekturen. Vor allem die neue 270-Sekunden-Sperre für Radar auf Schlachtschiffen kann die ersten Minuten eines Gefechts verändern.
Radar-BBs können gegnerische Zerstörer nicht mehr unmittelbar zu Beginn unter Druck setzen. Gleichzeitig versucht Wargaming offenbar, einzelne betroffene Schiffe wie Missouri über andere Werte etwas zu kompensieren.
Daneben gibt es einige durchaus kräftige Einzeländerungen. Pyotr Bagration, Sevastopol, Z-44 sowie Fenyang und Ship Smasha profitieren deutlich, während Cleveland, Hawaii und einige andere Schiffe etwas eingebremst werden.
Auch die 86-Knoten-Torpedos der Lambros Katsonis und der höhere HE-Durchschlag der britischen Kreuzer dürften im Public Test einen genaueren Blick wert sein.
Die vollständigen Änderungen hat Wargaming im offiziellen Development Blog veröffentlicht.
Wichtig: Sämtliche Änderungen befinden sich derzeit im Test. Werte und Mechaniken können vor einer Übernahme auf die Live-Server noch angepasst oder vollständig verworfen werden.