Die Jiuhua ist nicht ganz neu. Das panasiatische Tier-X-Schlachtschiff war bereits Teil der für den Closed Test von Update 15.10 vorgestellten Schiffe. Inzwischen liegen aber deutlich ausführlichere Testdaten vor, und damit lässt sich auch wesentlich besser erkennen, was Wargaming mit dem Schiff eigentlich vorhat.
Der aktuelle Entwurf sieht nach einem Schlachtschiff aus, das sich kontrolliert von der mittleren in die kurze Distanz arbeiten soll. Gute Hauptbatteriegenauigkeit, starke Sekundärartillerie, Turtleback-Panzerung, Heavy Repair Teams und ein schnell nachladendes Schadensbegrenzungsteam liefern dafür einige ziemlich passende Werkzeuge.
Ein stumpfer „W drücken und Sekundäre machen lassen“-Brawler dürfte Jiuhua trotzdem nicht werden. Dafür sind einige ihrer Schwächen zu deutlich.
Wichtig: Jiuhua befindet sich weiterhin im Test. Sämtliche Werte und Eigenschaften sind Work in Progress und können sich vor der Veröffentlichung noch ändern.
Acht 406-mm-Geschütze, aber ungewöhnlich hohe Präzision
Die Hauptbatterie besteht aus acht 406-mm-Geschützen in vier Zwillingstürmen.
| Wert | Jiuhua |
|---|---|
| Stufe | X |
| Nation | Pan-Asien |
| Klasse | Schlachtschiff |
| Trefferpunkte | 84.300 |
| Hauptbatterie | 4 × 2 406 mm |
| Reichweite | 20,7 km |
| Reload | 30,0 s |
| Sigma | 2,10 |
| Torpedoschutz | 25 % |
Die acht Rohre sind für ein Tier-X-Schlachtschiff kein besonders großes Salvengewicht. Genau deshalb fällt der aktuelle Sigmawert von 2,10 umso stärker auf.
Jiuhua soll offenbar nicht über möglichst viele Granaten funktionieren, sondern über vergleichsweise zuverlässige Treffer. Das passt auch zum restlichen Konzept: Schon bevor die Sekundärartillerie ernsthaft mitarbeitet, soll das Schiff auf mittlere Entfernung nicht plötzlich nutzlos werden.
Die Kehrseite ist offensichtlich. Acht Rohre verzeihen schlechte Salven weniger als zwölf oder mehr. Wer seine Treffer nicht setzt, kann das fehlende Volumen nicht einfach mit einer großen Zahl an Granaten ausgleichen.
Die Sekundärartillerie gehört klar zum Konzept
Spätestens bei den Sekundären wird deutlich, wohin die Reise gehen soll.
Die 150-mm-Sekundärgeschütze besitzen aktuell 38 mm Durchschlag. Dazu kommen schnell feuernde 105-mm-Geschütze. Laut der bisherigen Beschreibung sollen die Sekundären nicht nur eine nette Zugabe sein, sondern gute Feuerrate, brauchbare Genauigkeit und verbesserte Durchschlagsleistung miteinander verbinden.
Auch die Reichweite soll für ein Sekundärschlachtschiff ordentlich ausfallen. Im direkten Vergleich sollen vor allem einige deutsche und panamerikanische Brawler noch weiter reichen.
Das macht Jiuhua interessant, weil die Sekundärartillerie eine Schwäche der Hauptbatterie auffangen kann: Acht 406-mm-Rohre liefern keine gewaltige Dauerfeuer-Menge. Kommt Jiuhua aber kontrolliert in ihre bevorzugte Distanz, beginnt zusätzlich die Sekundärbatterie konstant Schaden aufzubauen.
Turtleback und Heavy Repair Teams sollen den Push ermöglichen
Für diese Distanz bekommt Jiuhua auch das passende defensive Paket.
Die Zitadelle wird durch ein Turtleback-Schema geschützt. Das soll vor allem auf kürzere Entfernung helfen, schwere AP-Treffer in die Zitadelle zu vermeiden. Unverwundbar macht das den Rumpf natürlich nicht. Jiuhua bleibt ein großes Ziel, auf dem auch normale Penetrationen schnell ordentlich Schaden sammeln können.
Dazu kommt eine Heavy Repair Teams, die nach dem bisherigen Konzept ähnlich wie bei der Lüshun einen großen Teil verlorener Trefferpunkte über eine längere Laufzeit wiederherstellen kann.
Gerade für einen Brawler ist das wichtiger als ein Heal, der nur auf dem Papier große Zahlen produziert. Jiuhua soll Schaden aufnehmen können, während sie sich eine Position erarbeitet, und anschließend einen erheblichen Teil davon wieder zurückholen.
Das macht die Repair Party eher zu einem Werkzeug für bewusst geplante Vorstöße als zu einer Einladung, Schaden kostenlos zu fressen.
Schnelles DCP, aber nicht unbegrenzt
Zusätzlich besitzt Jiuhua ein schnell nachladendes Schadensbegrenzungsteam.
Brände und Wassereinbrüche lassen sich damit in einer laufenden Nahkampfsituation schneller beseitigen als mit einem klassischen Damage Control Party. Der Haken ist allerdings entscheidend: Die Zahl der Ladungen ist begrenzt.
Damit entsteht eine Ressource, die man nicht gedankenlos bei jedem einzelnen Feuer ziehen sollte. Wer die Ladungen früh verbraucht, kann genau dann ohne DCP dastehen, wenn der eigentliche Push beginnt.
Das dürfte einen erheblichen Teil des Spielstils ausmachen. Jiuhua bekommt starke Werkzeuge für längere Gefechte auf unangenehmer Distanz, verlangt dafür aber auch, dass Heal und DCP vernünftig eingeteilt werden.
Hydro hilft gegen Torpedos, löst das Problem aber nicht
Für den Nahkampf steht außerdem eine kurzreichweitige Hydroakustische Suche zur Verfügung.
Die ist bei diesem Schiff auch nötig, denn der Rumpf besitzt aktuell nur 25 Prozent Torpedoschutz. Für ein großes Tier-X-Schlachtschiff, das ausdrücklich näher an den Gegner heran soll, ist das keine kleine Schwäche.
Hydro verschafft zusätzliche Reaktionszeit. Sie macht aus Jiuhua aber kein Schiff, das bedenkenlos durch Torpedofächer fahren kann.
Dazu kommt die große Silhouette und die schlechte Tarnung. Ein schlecht vorbereiteter Push dürfte deshalb ziemlich schnell teuer werden: Das Schiff wird früh gesehen, sammelt zuverlässig Beschuss und kann Torpedotreffer deutlich schlechter wegstecken, als die starke Seitenpanzerung zunächst vermuten lässt.
Kein klassischer deutscher Brawler
Das Gesamtbild ist dadurch interessanter als ein reines Sekundärschlachtschiff.
Die 2,10 Sigma geben Jiuhua eine Hauptbatterie, die auch außerhalb der Sekundärreichweite ernst genommen werden muss. Die acht Rohre verhindern gleichzeitig, dass sie einfach über Salvengewicht funktioniert.
Auf kürzere Entfernung kommen dann Sekundärbatterie, Turtleback, Heavy Repair Teams, schnelles DCP und Hydro zusammen.
Der entscheidende Punkt dürfte deshalb nicht sein, ob Jiuhua in den Nahkampf geht, sondern wann.
Zu früh hineinzufahren dürfte wegen der großen Silhouette, des schwachen Torpedoschutzes und der begrenzten DCP-Ladungen schnell bestraft werden. Wer dagegen zunächst mit der präzisen Hauptbatterie arbeitet und später eine entstandene Lücke nutzt, bekommt ein ziemlich umfangreiches Werkzeugpaket für genau diesen Moment.
Was kostet Jiuhua?
Hier sollte man mit den derzeit kursierenden Angaben vorsichtig sein.
Auf der Community-Seite wird aktuell zwar ein Wert von 31.000 Dublonen angezeigt. Gleichzeitig wird dort ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die tatsächlichen Bezugsdetails erst näher an der Veröffentlichung bekannt gegeben werden.
Die 31.000 Dublonen sind deshalb derzeit kein bestätigter Verkaufspreis.
Solange Wargaming die Beschaffung nicht offiziell ankündigt, würde ich weder von einem Direktverkauf noch von einem endgültigen Preis ausgehen.
Fazit
Jiuhua sieht nach einem Brawler aus, der erst denken und dann drücken soll.
Die Kombination aus 2,10 Sigma, starken Sekundären und Turtleback macht das Schiff flexibel genug, um nicht ausschließlich auf kurze Distanz angewiesen zu sein. Heavy Repair Teams, schnelles DCP und Hydro geben ihr anschließend die Werkzeuge, einen gut vorbereiteten Push tatsächlich durchzuziehen.
Gleichzeitig gibt es genug eingebaute Grenzen. Nur acht Hauptgeschütze, große Silhouette, schlechte Tarnung, 25 Prozent Torpedoschutz und begrenzte DCP-Ladungen sorgen dafür, dass ein schlechter Vorstoß nicht einfach weggeheilt werden kann.
Wenn dieses Grundkonzept bis zur Veröffentlichung erhalten bleibt, könnte Jiuhua gerade deshalb interessant werden: nicht als stumpfer Sekundär-Brawler, sondern als Schlachtschiff, das zunächst mit präzisen 406-mm-Geschützen arbeitet und seine stärksten Werkzeuge dann ausspielt, wenn sich das Gefecht auf mittlere und kurze Distanz verlagert.
Quelle: WoWs Gamer Blog, Community-Aufbereitung vom 5. Oktober 2026 auf Grundlage der zuvor veröffentlichten Entwicklerdaten. Sämtliche Schiffswerte sind Work in Progress.