Bei World of Warships wird der Blick schon deutlich über Update 15.9 hinaus gerichtet. Für den Closed Test von Update 15.10 hat Wargaming gleich zwei größere Pakete vorgestellt: neue Schiffe und eine komplette niederländische Schlachtschifflinie auf der einen Seite, dazu Horror From the Abyss, europäische Kreuzer im Vorabzugang und weitere Änderungen auf der anderen.
Parallel laufen seit dem 1. Oktober zwei kleinere, aber praktisch relevante Aktionen. Zum Tag der Deutschen Einheit gibt es die Emden kostenlos, während der neue Naval Museum Atlas Calendar eine begrenzte Möglichkeit bietet, die Indianapolis zeitweise kostenlos zu testen.
Wichtig vorweg: Die Inhalte aus dem Closed Test sind Work in Progress. Gerade Schiffswerte, Eventaufbau und einzelne Bedingungen können sich bis zur Veröffentlichung noch ändern.
Die niederländischen Schlachtschiffe werden konkret
Die bereits angekündigte niederländische Schlachtschifflinie bekommt mit dem Closed Test für 15.10 erstmals ein deutlich klareres Gesicht.
Die Linie beginnt auf Tier VI und führt über fünf Schiffe bis Tier X:
- Grote Geus ⚓ auf Tier VI
- Graaf van Egmont ⚓ auf Tier VII
- Prins Maurits ⚓ auf Tier VIII
- Eenhoorn ⚓ auf Tier IX
- Neptunus ⚓ auf Tier X
Das Grundkonzept verbindet klassische Schlachtschiffartillerie mit den für die Niederländer typischen HE-Luftschlägen. Gleichzeitig soll die Hauptbatterie auf kürzere Entfernung genauer arbeiten.
Damit deutet sich eine Linie an, die deutlich näher am eigentlichen Gefecht arbeiten möchte als reine Distanz-Schlachtschiffe. Ganz ohne Gegenleistung gibt es das natürlich nicht: Lange Nachladezeiten, eher mäßige Tarnwerte und verwundbare Zitadellen sollen verhindern, dass man einfach stumpf nach vorne fährt und nebenbei noch Flugzeuge bestellt.
Auf Tier X erreicht der Luftschlag der Neptunus im aktuellen Teststand 12 Kilometer. Gerade die Kombination aus besserer Geschützleistung auf kürzere Distanz und Luftschlägen dürfte interessant werden, weil beide Werkzeuge denselben Bereich des Gefechts abdecken können.
Wie gut das am Ende funktioniert, hängt stark von den finalen Werten ab. Das grundlegende Konzept ist aber jetzt deutlich klarer als bei der ersten Roadmap-Ankündigung.
Oswald Boelcke: deutscher Superflugzeugträger mit sechs Angriffsmöglichkeiten
Mit der Oswald Boelcke ⚓ kommt außerdem ein deutscher Superflugzeugträger in den Test.
Das Flugzeugpaket fällt entsprechend umfangreich aus. Vorgesehen sind AP-Raketenflugzeuge, Torpedobomber und AP-Bomber sowie zusätzliche HE-Sprungbomber. Dazu kommt eine taktische Staffel mit HE-Jetbombern.
Damit bekommt Oswald Boelcke nicht einfach nur eine stärkere Version eines bekannten Trägerschemas. Die unterschiedlichen Staffeltypen sollen verschiedene Ziele und Situationen abdecken und dürften dem Spieler entsprechend mehr Entscheidungen bei der Auswahl des nächsten Angriffs abverlangen.
Gerade die Mischung aus deutscher AP-Ausrichtung und zusätzlichen HE-Werkzeugen ist interessant. Wie stark diese Flexibilität tatsächlich wird, lässt sich im Closed Test aber noch nicht seriös beurteilen.
Jiuhua setzt auf Hauptbatterie, Sekundärgeschütze und Durchhaltevermögen
Die panasiatische Jiuhua ⚓ wird als Tier-X-Schlachtschiff getestet.
Ihr aktuelles Konzept kombiniert eine präzise Hauptbatterie mit einer starken Sekundärbewaffnung. Dazu kommen eine besonders leistungsfähige Reparaturmannschaft und schnelle Schadensbegrenzungsteams mit begrenzter Anzahl an Einsätzen.
Das klingt zunächst nach einem ziemlich vollständigen Werkzeugkasten. Die begrenzten Schadensbegrenzungsteams sorgen allerdings dafür, dass schlechtes Timing später im Gefecht teuer werden kann.
Jiuhua dürfte damit weniger davon leben, einfach möglichst viel einzustecken, sondern davon, ihre defensiven Ressourcen sinnvoll über das Gefecht zu verteilen.
Halcón spielt ausschließlich mit HE
Auch Spanien bekommt ein neues Testschiff. Die Halcón ⚓ ist ein Tier-IX-Zerstörer mit einem ungewöhnlich klaren Schwerpunkt: Die Hauptgeschütze verwenden ausschließlich HE-Munition.
Zusätzlich besitzt Halcón einen alternativen Feuermodus. Dieser erhöht die Durchschlagsleistung der HE-Granaten auf 32 Millimeter, verlängert dafür aber die Nachladezeit.
Das eröffnet zwei unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten. Gegen leicht gepanzerte Ziele kann der normale Feuermodus für konstanten Schaden sorgen. Gegen stärker geschützte Bereiche lässt sich auf den durchschlagsstärkeren Modus wechseln, wenn sich ein entsprechendes Zeitfenster ergibt.
Als Sicherheitsnetz bekommt Halcón einen Kurznebel. Eine große Trefferpunktreserve oder eine Reparaturmannschaft stehen dagegen nicht zur Verfügung. Fehler dürften entsprechend dauerhaft weh tun.
Horror From the Abyss: vier Operationen und ein modulares Eventschiff
Der zweite große Closed-Test-Block für 15.10 dreht sich um Horror From the Abyss.
Geplant sind vier Operationen für jeweils sieben Spieler, die nacheinander im Wochenrhythmus freigeschaltet werden. Das Event soll nicht mit 15.10 enden, sondern auch in Update 15.11 weiterlaufen.
Im Mittelpunkt steht das Mietschiff Expeditioner ⚓. Das Besondere daran ist ein modulares System, mit dem sich das Schiff für die Eventgefechte anpassen lässt.
Zu den angekündigten Mechaniken gehören unter anderem Raketen, Schilde und Überhitzung. Das klingt weniger nach einem normalen Unternehmen mit anderem Anstrich und mehr nach einem eigenen kleinen PvE-System innerhalb von World of Warships.
Wie tief die Anpassungen tatsächlich gehen und welche Kombinationen sich am Ende durchsetzen, muss der Test zeigen. Für PvE-Spieler ist das aber schon jetzt einer der interessanteren Punkte von Update 15.10.
Europäische Kreuzer gehen in den Vorabzugang
Mit Update 15.10 sollen außerdem die europäischen Kreuzer in den Early Access starten.
Nach aktuellem Teststand werden zwei niedrigstufige Schiffe über den kostenlosen Event-Pass-Fortschritt erhältlich sein. Ein weiteres Schiff ist für den bezahlten Fortschrittspfad vorgesehen. Zusätzliche Schiffe sollen über Dublonen angeboten werden.
Damit bleibt Wargaming grundsätzlich beim bekannten Early-Access-Modell: Ein Teil der neuen Linie lässt sich erspielen, während höhere beziehungsweise zusätzliche Schiffe früher gegen Dublonen zugänglich werden.
Konkrete Kosten oder endgültige Bedingungen sollte man daraus noch nicht ableiten. Die Ankündigung stammt aus dem Closed Test und kann sich bis zur Veröffentlichung verändern.
Z-57 kommt zuerst über Salvage for Victory
Besonders relevant für die Ressourcenplanung ist die Z-57 ⚓.
Der Zerstörer soll mit Update 15.10 zunächst über Salvage for Victory vorzeitig erhältlich werden. Für den Fortschritt sind derzeit mehrere Ressourcen vorgesehen:
- Credits
- Elite-Kapitäns-EP
- Freie EP
- seltene Wirtschaftsboni
Zusätzlich sollen erspielbare Marken bis zu 25 Prozent des benötigten Fortschritts abdecken können.
Der entscheidende Punkt steht allerdings etwas weiter hinten: Mit Update 16.0 soll Z-57 regulär in den Forschungsbaum aufgenommen werden.
Wer viele Ressourcen besitzt, bekommt mit Salvage for Victory also vor allem einen früheren Zugang. Wer darauf verzichten kann, muss seine Vorräte nach aktuellem Stand nicht zwangsläufig für das Event leeren.
Gerade deshalb lohnt es sich, vor dem Start genau hinzuschauen. Ein früher Zugang ist nett. Ein leergeräumtes Ressourcenlager für ein Schiff, das wenig später regulär erforschbar wird, muss man dagegen wirklich wollen.
Asymmetrische Gefechte bleiben länger
Für Spieler der Asymmetrischen Gefechte gibt es ebenfalls eine gute Nachricht: Der Modus soll mindestens bis zur Veröffentlichung von Update 16.3 verfügbar bleiben.
Zusätzlich sind für 15.10 drei Keilereien geplant, bei denen unterschiedliche Schiffsstufen gegeneinander antreten. Niedrigere Stufen erhalten dabei Verstärkungen, um die Unterschiede auszugleichen.
Daneben arbeitet Wargaming an überarbeiteten Informationsbildschirmen und an Markierungen für die Steam-Aufnahmefunktion.
Das sind keine Schlagzeilen auf dem Niveau einer neuen Forschungsbaumlinie, aber gerade die Verlängerung der Asymmetrischen Gefechte dürfte einige Spieler freuen.
Tag der Deutschen Einheit: Emden kostenlos
Abseits des Closed Tests läuft seit dem 1. Oktober eine neue Aktion zum Tag der Deutschen Einheit.
Dabei kann die deutsche Emden ⚓ kostenlos abgeholt werden. Zusätzlich gibt es 30 Prozent Rabatt auf Pakete mit Schill ⚓ und Wiesbaden ⚓, thematische Zufallspakete sowie zwei Gefechtsauftragsketten.
Die Aktion ist für die ersten beiden Oktoberwochen angesetzt.
Wer Emden noch nicht besitzt, sollte den kostenlosen Teil auf jeden Fall mitnehmen. Bei den rabattierten Paketen sieht die Sache wie immer etwas anders aus: 30 Prozent weniger sind zunächst nur 30 Prozent weniger. Ob das Paket dadurch für den eigenen Account sinnvoll wird, hängt weiterhin davon ab, ob man das jeweilige Schiff überhaupt haben möchte.
Die genauen Bedingungen der beiden Gefechtsauftragsketten lagen in der bisherigen Recherche nicht vollständig vor. Deshalb bleiben sie hier bewusst außen vor.
Indianapolis im Oktober kostenlos testen
Der neue Naval Museum Atlas Calendar führt im Oktober zur USS Lexington in Corpus Christi.
Für Spieler gibt es dazu einen monatlichen Code, der eine Missionskette freischaltet. Zu den Belohnungen gehört eine zeitlich begrenzte kostenlose Miete der Indianapolis ⚓.
Wargaming stellt für diese Aktion 10.000 Codes nach dem Prinzip „first come, first served" bereit. Die zugehörige Oktober-Mission läuft bis zum 1. November 2026 um 09:00 Uhr.
Wer Indianapolis ausprobieren möchte, sollte deshalb nicht unbedingt bis zum Monatsende warten. Die offizielle Missionsfrist hilft wenig, wenn die 10.000 Codes vorher weg sind.
Honolulu bekommt eine offizielle Einordnung ihres Spielstils
Zur bereits bekannten Honolulu ⚓ hat Wargaming inzwischen zusätzlich eine Developer Diary veröffentlicht.
Neue grundlegende Schiffsdaten bringt sie nicht. Interessant ist vielmehr, wie Wargaming selbst das Konzept beschreibt: Honolulu soll eine vorsichtigere Alternative zur Helena werden.
Die 15 × 152-mm-Geschütze bleiben das Zentrum des Schiffs. Gegenüber Helena soll Honolulu weniger Reichweite und weniger DPM besitzen, dafür aber durch Nebelerzeuger, bessere Tarnung, Hydroakustische Suche und den ungewöhnlich hohen Torpedoschutz kontrollierter aus vorgeschobenen Positionen spielen können.
Das bestätigt im Wesentlichen die Richtung, die sich bereits aus den veröffentlichten Supertest-Werten ergeben hatte. Smoke und Hydro sollen Positionen näher an Inseln und Schlüsselbereichen ermöglichen, während geringe Reichweite und schwache Panzerung weiterhin klare Grenzen setzen.
Für einen komplett neuen Honolulu-Beitrag reicht diese Einordnung allein kaum aus. Als Ergänzung zu den bereits bekannten Testdaten ist sie aber sinnvoll, weil damit nun auch Wargamings beabsichtigte Rolle des Schiffs klarer formuliert ist.
Honolulu bleibt weiterhin Work in Progress.
Fazit
Der Closed Test für Update 15.10 ist deutlich größer als eine einfache Vorschau auf ein paar neue Schiffe.
Die niederländischen Schlachtschiffe bekommen erstmals ein greifbares Spielkonzept, Oswald Boelcke erweitert die Superträger um einen sehr flexiblen deutschen Vertreter und mit Jiuhua sowie Halcón kommen zwei weitere Schiffe mit klaren eigenen Schwerpunkten hinzu.
Für PvE-Spieler dürfte Horror From the Abyss besonders interessant werden. Vier Operationen, ein modular anpassbares Eventschiff und eigene Mechaniken klingen zumindest nach mehr als dem nächsten bekannten Szenario mit etwas Halloween-Nebel darüber.
Bei der Ressourcenplanung ist dagegen Z-57 der Punkt, den man sich merken sollte. Der frühe Zugang über Salvage for Victory kann teuer werden, während das Schiff bereits für Update 16.0 als regulärer Forschungsbaumzugang vorgesehen ist. Wer seine Ressourcen gern mit beiden Händen aus dem Fenster wirft, bekommt also Gelegenheit dazu. Alle anderen dürfen vorher kurz rechnen.
Und wer zwischendurch einfach nur etwas kostenlos mitnehmen möchte: Emden und die begrenzte Indianapolis-Testmöglichkeit sind deutlich unkomplizierter.
Quellen
- World of Warships Development Blog: Closed Test 15.10: New Ships
- World of Warships Development Blog: Closed Test 15.10: Horror From the Abyss, European Cruisers in Early Access, and More
- World of Warships: German Unification Day: Get Emden for Free!
- World of Warships: Naval Museum Atlas Calendar -- October: USS Lexington
- World of Warships / Steam: Developer Diaries -- Honolulu