Mit Transdust Ruins bekommt Where Winds Meet seit dem 23. September einen Spielmodus, der deutlich anders funktioniert als die bisherigen PvE-, Koop- und PvP-Inhalte. Die Kollaboration mit Escape from Tarkov übernimmt dessen Grundidee aus Risiko, Beute und erfolgreicher Flucht, baut sie aber komplett auf die Systeme von Where Winds Meet um.
Das Ergebnis ist kein kleiner Nebenmodus für ein paar schnelle Kämpfe. Ihr stellt vor dem Start ein eigenes Loadout zusammen, sucht in einer gefährlichen Wüstenregion nach Beute, trefft auf Gegner und andere Spieler und müsst anschließend lebend einen Extraktionspunkt erreichen. Was ihr unterwegs findet, gehört euch nämlich erst dann wirklich, wenn ihr auch wieder herauskommt.
Erst ausrüsten, dann riskieren
Ein Durchlauf von Transdust Ruins besteht grundsätzlich aus vier Phasen: Vorbereitung, Suche, Auseinandersetzung und Extraction.
Vor dem Start stellt ihr im Warehouse beziehungsweise Shop euer Loadout zusammen. Zur Auswahl gehören unter anderem Waffen, Rüstung, Bogen, Mystic Skills, Medizin und verschiedene Hilfsmittel.
Damit beginnt die eigentliche Entscheidung schon vor dem ersten Schritt in die Ruinen. Gute Ausrüstung kann eure Chancen verbessern, gleichzeitig steigt aber auch das Risiko, wenn der Run schiefgeht. Einfach jedes Mal das Wertvollste einzupacken, dürfte deshalb nicht automatisch die cleverste Lösung sein.
Dazu kommen spezielle Gegenstände wie der Dragonfinder, der bei der Suche nach wertvoller Beute hilft, oder der Breath-Holding Talisman, mit dem sich die Entfernung verringert, aus der andere Spieler euch entdecken können.
Beute liegt nicht nur in offensichtlichen Truhen
Wer in Transdust Ruins nur von Kiste zu Kiste rennt, dürfte einiges liegen lassen. Loot kann unter anderem in Bücherregalen, Weinkrügen, Wagen, Ruinen und versteckten Bereichen gefunden werden.
Zusätzlich gibt es Schatzkarten, Mechanik-Rätsel, umherziehende Gegner und Map-Bosse. Zufällig auftretende Sandstorm Zones können außerdem dafür sorgen, dass eine geplante Route plötzlich deutlich weniger gemütlich aussieht als noch eine Minute zuvor.
Damit geht es nicht nur darum, möglichst schnell möglichst viele Gegner umzuhauen. Wissen über die Karte, gute Routen und die Frage, wann man besser weiterzieht, dürften mindestens genauso wichtig werden.
PvP mit Wind Sense, Verkleidung und Taschendiebstahl
Natürlich sind andere Spieler eines der größten Risiken. Dafür greift Transdust Ruins auf mehrere bekannte Wuxia-Systeme zurück.
Mit Wind Sense lässt sich die Richtung naher Gegner erkennen. Neben dem direkten Kampf können auch Assassination, Verkleidungen und Celestial Seize eingesetzt werden. Letzteres erlaubt sogar, einem anderen Spieler direkt einen Gegenstand zu stehlen.
Die Verkleidungen gehen dabei etwas weiter als ein anderer Mantel: Spieler können sich unter anderem als Tier oder gewöhnlicher Gegenstand der Umgebung tarnen.
Wer also hinter jedem verdächtig herumstehenden Objekt künftig einen anderen Spieler vermutet, ist vermutlich entweder sehr aufmerksam oder nach ein paar Runden bereits leicht geschädigt.
Ohne Extraction zählt der schönste Loot wenig
Der entscheidende Punkt des Modus bleibt die Extraction.
Ein Run ist zeitlich begrenzt und gefundene Beute wird erst dann dauerhaft gesichert, wenn ihr erfolgreich einen Ausgang erreicht. Die Extraktionspunkte funktionieren dabei nicht zwangsläufig alle gleich. Manche können beispielsweise ein maximales Gewicht vorgeben, andere verlangen eine Gebühr.
Für besonders wichtige Gegenstände gibt es den begrenzten Safety Case. Alles, was dort untergebracht wurde, bleibt auch dann erhalten, wenn der restliche Run scheitert.
Gerade in den ersten Runden dürfte es deshalb sinnvoll sein, nicht nur auf den größtmöglichen Loot zu schauen. Wer Karte, Ausgänge und Bedingungen noch nicht kennt, hat von einem komplett vollgestopften Inventar schließlich erstaunlich wenig, wenn der Ausgang am Ende nur von Weitem winkt.
Golden Treasure Tokens, Floral Weave und Season Relics
Erfolgreich extrahierte normale Gegenstände können für Golden Treasure Tokens verkauft werden. Damit lassen sich unter anderem neue Ausrüstung für weitere Runs sowie kosmetische Belohnungen kaufen.
Daneben gibt es Floral Weave als weitere Belohnungswährung. Sie kann unter anderem gegen Lingering Melody, Resonating Melody, Accessoires und Frisuren eingetauscht werden.
Eine weitere Sammelkomponente bilden die Season Relics, die realen historischen Artefakten nachempfunden sind. Durch Identifizierung beziehungsweise Sammlung werden Dekorationen und Posen freigeschaltet. Einige Relikte lassen sich außerdem im Homestead ausstellen. Fortschritt bei Sammlung und Rang bringt zusätzliche Belohnungen.
Zeitlich begrenzt gehören außerdem die von Escape from Tarkov inspirierte Maske Deathknell Knight und der Avatar Wind-kov zum Kollaborationsinhalt.
Was sollte man zum Start beachten?
Transdust Ruins belohnt nicht automatisch den Spieler, der mit der teuersten Ausrüstung hineinläuft. Das System ist ausdrücklich darauf ausgelegt, Risiko gegen mögliche Beute abzuwägen.
Für die ersten Runs dürfte deshalb ein etwas vorsichtigerer Ansatz sinnvoll sein: Karte kennenlernen, mögliche Loot-Orte beobachten, Extraktionspunkte verstehen und herausfinden, welche Ausrüstung wirklich nötig ist. Erst danach lohnt es sich, größere Risiken einzugehen.
Interessant wird außerdem, welche Waffen, Mystic Skills und Hilfsmittel sich im echten Spielbetrieb durchsetzen. Der Modus ist frisch gestartet, deshalb wäre es zu früh, jetzt schon irgendein vermeintlich endgültiges Meta-Loadout auszurufen.
Fazit
Transdust Ruins ist deutlich mehr als ein zeitlich begrenztes PvP-Gimmick. Mit eigenem Loadout, verstecktem Loot, PvPvE, unterschiedlichen Extraktionsbedingungen, Safety Case und separaten Belohnungssystemen bekommt Where Winds Meet einen eigenständigen Gameplay-Loop, der sich klar vom normalen Abenteuer unterscheidet.
Vor allem die Mischung aus bekannten Wuxia-Fähigkeiten und dem deutlich härteren Risk-vs.-Reward-Prinzip macht den Modus interessant. Jetzt muss sich zeigen, welche Strategien sich im Alltag wirklich bewähren und wie lange es dauert, bis jeder zweite harmlose Krug grundsätzlich als feindlicher Spieler verdächtigt wird.